ABO Energy plant die Errichtung und den Betrieb eines Solarparks mit Speicher auf dem Gebiet der Stadt Bad Camberg in der Gemarkung Würges.
Die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage könnte pro Jahr so viel sauberen Strom produzieren, wie rund 8.300 Menschen in ihren Haushalten verbrauchen. Die Anlage vermeidet zudem den jährlichen Ausstoß von mehr als 9.500 Tonnen Kohlendioxid. Der Speicher stabilisiert nicht nur das Stromnetz, er hilft auch dabei, die tageszeitlichen Schwankungen in der Stromerzeugung auszugleichen. Der Hybridpark kann daher den Solarstrom zu Zeiten hoher Produktion (vor allem zur Mittagszeit und im Sommer) speichern und in Zeiten hohen Strombedarfs (am frühen Abend) ins Netz speisen.
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Der Standort der geplanten PV-Anlage befindet sich ca. 1,7 Kilometer südwestlich vom Ortsteil Würges und ca. 1,0 km nordöstlich vom Ortsteil Wallrabenstein der Nachbargemeinde Hünstetten. Die geplante Anlage entsteht auf privaten, landwirtschaftlich genutzten Ackerflächen.
Kommunalabgabe
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz bietet die Möglichkeit, die Stadt finanziell am Ertrag von Photovoltaik-Freiflächenanlagen mit bis zu 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde zu beteiligen.
Bei der geplanten Anlagengröße von ca. 13 Megawatt Peak könnte die Stadt Bad Camberg Einnahmen in Höhe von jährlich bis zu 28.000 Euro erzielen.
Technische Daten
| Anzahl Module | 20.520 Stück |
| Eingezäunte Flächengröße | ca. 9,6 ha |
| Nennleistung | 12,979 MWp |
| Prognostizierte Stromerzeugung | ca. 14 Mio. kWh/Jahr |
Standort und Technik
Die Standortwahl des Solarparks Würges hat sich aus verschiedenen Faktoren abgeleitet. Maßgeblich hierfür war die Randstreifen-Privilegierung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen entlang von Autobahnen und überregionalen Bahngleisen, die Vorbelastung durch die Windanlagen, die Hochspannungstrasse der ICE-Strecke, die ideale Hanglage sowie die verhältnismäßig geringen Ertragszahlen der Böden. Die im Plangebiet befindliche Baumreihe bleibt erhalten und wird ausgespart. Bei der Technik werden ausschließlich Komponenten mit hohen Effizienzstandards verwendet. Ein wichtiger Punkt bei der Wahl des Modulherstellers ist die Sicherheit vor Blendung. Hier wurde auf Grund der Autobahnlage ein zusätzliches Blendgutachten angefertigt.
Die PV-Module werden auf einer Leichtmetallkonstruktion verschraubt, die lediglich in den Boden gerammt wird, weshalb weniger als ein Prozent der Fläche versiegelt wird. Hierdurch und durch die extensive Grünlandnutzung und der Abtropfkanten zwischen den Modulen kann das Wasser wie gewohnt auf der Fläche versickern.
Zusätzlich wird im Solarpark ein Batteriespeicher installiert, der überschüssigen Solarstrom in den Mittagsstunden zwischenspeichert und in den Abendstunden ins Netz einspeist. So kann verhindert werden, dass der Solarpark besonders im Sommer runtergeregelt werden muss.
Natur- und Umweltschutzschutz
In Vorabstimmung wurde zusammen mit der zuständigen Naturschutzbehörde des Landkreises Limburg-Weilburg ein ganzheitliches Natur- und Umweltschutzkonzept erarbeitet. Als Basis hierfür wurde die Vorhabenfläche eine gesamte Brutperiode durch einen unabhängigen Gutachter kartiert.
Bei der beplanten Fläche handelt es sich um intensiv genutzte, landwirtschaftliche Flächen. Durch die Umnutzung kann das Areal ökologisch aufgewertet werden. Die Böden werden von Düngemitteln und Bewirtschaftung verschont und können sich erholen. Die Nitratbelastung geht zurück, was zum Schutz des Grundwassers beiträgt. Es finden aktuell Gespräche mit einem lokalen Schäfer und einem Landwirt statt, die zusammen die Grünpflege und Bewirtschaftung der Fläche übernehmen möchten.
Durch die extensive Grünlandnutzung und der geplanten Bewirtschaftung mit Schafen trägt der Solarpark Würges zur Biodiversität bei. Dies wurde in anderen Solarparks bereits wissenschaftlich nachgewiesen. Das Areal bietet vielen Tieren Zugang und Schutz vor Störungen, darunter auch geschützten Arten. Für die Zugänglichkeit der Fläche für Kleintiere sorgen unter anderem Zäune mit einer Bodenfreiheit von ca. 15 Zentimetern.
Das extensive Grünland sowie die Blühflächen für die Feldlerche und weitere Tierarten wurden mit einer regionalen Saatgutmischung hergestellt. Von diesen blütenreichen Wiesen profitieren Schmetterlinge, Vögel, Insekten und Bienen, die wiederum die benachbarten landwirtschaftlichen Flächen bestäuben.
Der Baustart des Solarparks Würges ist für Februar 2026 geplant. Aktuell gehen wir von einer Inbetriebnahme Ende Juli 2026 aus. Ab dann produziert der Solarpark grünen Strom für 30 Jahre.
Deutschland hat sich auf den Weg zu einer tiefgreifenden Energiewende gemacht. Im Juli 2011 wurde der endgültige Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende des Jahres 2022 beschlossen. Im Jahr 2019 waren es noch 37 Prozent Kernenergie an der Stromerzeugung. Jetzt muss Strom schrittweise durch andere Formen erzeugt werden, ohne dass die Versorgung im Land beeinträchtigt wird. Dabei nehmen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen eine immer wichtigere Rolle ein. Für die Stromerzeugung werden Wind und Sonne die Hauptträger sein. Für die Wärmeversorgung werden Solarkollektoren, Umweltwärme und Geothermie den entscheidenden Beitrag leisten. Dadurch sinken automatisch unsere Rohstoffimporte und Deutschland wird unabhängiger von den Preisanstiegen auf dem Weltmarkt.
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Nun sind Sie als Anwohnerin und Anwohner gefragt: Welche Fragen zur Solarenergie in Bad Camberg möchten Sie uns stellen? Dafür haben wir ein neues Dialogforum eingerichtet, in dem Bürgerinnen und Bürger mit uns in Kontakt treten können.
Häufige Fragen haben wir bereits zusammengetragen und beantwortet.
Weitere Fragen können Sie uns über das folgende Formular stellen. Sofern Ihre Frage von allgemeinem Interesse ist, fügen wir sie anonymisiert zu unserem Fragenkatalog hinzu. Welche Schritte notwendig sind bei der Planung eines Solarparks finden Sie auch hier >
Die Anlage, die in Bad Camberg errichtet wird, wird den klimafreundlich produzierten Strom in das lokale Netz einspeisen. Der erzeugte Strom wird also regional verteilt und verbraucht. Da der Strom aus verschiedenen Erzeugungsanlagen im Netz zusammenläuft und dort nicht etwa nach erneuerbaren oder fossilen Erzeugungsquellen unterschieden wird, kommt in jeder Steckdose ein Strommix aus verschiedenen Produktionsquellen an. Strom aus Wind- und Solaranlagen erhöht jedoch den Anteil des aus erneuerbaren Energiequellen produzierten Stroms im Netz und damit auch den Anteil an erneuerbarem Strom im eigenen Haushalt.
Nein. Der Ausbau der Solarenergie ist unverzichtbar für eine bezahlbare Energiewende. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts ist die Freiflächen-Photovoltaik die kostengünstigste Methode, um klimafreundlich Strom zu produzieren. (Quelle: Studie: Stromgestehungskosten erneuerbare Energien - Fraunhofer ISE)
Bei der Stromerzeugung durch Solarenergie entstehen praktisch keine Abgase, Abfälle oder Abwässer und damit so gut wie keine Folgekosten. Externe Folgekosten sind Kosten durch Umweltzerstörung, die nicht im Strompreis berücksichtigt werden und die die Allgemeinheit trägt. Würden die gravierenden Folgekosten der Produktion von Atom- sowie Kohlestrom (Endlagerung, Umweltschäden usw.) nicht aus Steuermitteln bezahlt, sondern auf den Strompreis umgelegt, wäre das für Stromkundinnen – und Kunden extrem teuer.
Die Photovoltaik-Freiflächenanlage wird in einer Projektgesellschaft entwickelt und zukünftig betrieben. Der langfristige Betreiber der Anlage ist aktuell noch nicht festgelegt.
Freiflächen-Photovoltaikanlagen (PV) bieten die Chance, der Umwelt gleich doppelt zu helfen: durch die nachhaltige Energieerzeugung und eine Steigerung der Biodiversität. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie im Auftrag des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) aus dem Jahr 2019. Die Wissenschaftler werteten dafür Daten von 75 Solarparks in neun Bundesländern aus. Auch Erhebungen durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie des Bundesumweltministeriums (BMU) belegen diesen positiven Nutzen für die Umwelt.
In jedem Nutzungsvertrag mit den Standorteigentümern wird von ABO Energy eine Rückbaubürgschaft garantiert.
Pachtverträge sind in der Regel auf eine Dauer von 30 Jahren ausgelegt. Den Solarpark zum Ablauf der Vertragsdauer rückzubauen und gegebenenfalls einen neuen zu errichten, ist in den meisten Fällen sinnvoll, da die technische Lebensdauer einer Anlage heute bei rund 30 Jahren liegt. Neben dem gewöhnlichen Verschleiß spricht noch ein anderes Argument für den Ersatz älterer Anlagen: Die Leistungsfähigkeit der Module entwickelt sich rasant weiter. So ist später ein vielfach höherer Stromertrag möglich.
Ist nach der Vertragsdauer Solarenergie an einem Standort nicht mehr erwünscht, ist ein vollständiger Rückbau – anders als etwa der von Atomkraftwerken oder Kohlegruben – problemlos möglich.
Nein. Solarenergie und Tourismus passen gut zusammen. Laut einer aktuellen Umfrage der Agentur für Erneuerbare Energien finden 93 Prozent der Befragten den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien wichtig bis außenordentlich wichtig. Solarparks sind ein sichtbares Zeichen, dass eine Region den Klimaschutz ernstnimmt.
99 Prozent der Fläche eines Solarparks bleiben unversiegelt. So kann Regenwasser ohne Probleme im Erdreich versickern. Teils ist die Versickerung sogar leichter möglich, da die Fläche mit Pflanzen bewachsen ist, die für ein lockeres Erdreich sorgen. Anders kann es bei ausgetrockneten, landwirtschaftlichen Böden sein.
Je nach vorheriger Nutzung kann die Wasserqualität nach der Umwidmung deutlich besser sein. Bei einer landwirtschaftlichen Nutzung sorgen etwa die Einbringung von Dünger oder Gülle für deutlich höhere Nitratwerte.
Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens wurde der Eingriff in Natur und Umwelt von einem unabhängigen Fachbüro bewertet. Darin wird der aktuelle Ackerstatus der Fläche mit der künftigen Nutzung als Solarpark verglichen. Im Ergebnis hat der Solarpark überwiegend positive Effekte auf die verschiedenen Schutzgüter (z.B. Boden, Wasser, Klima / Luft, biologische Vielfalt, etc.).
Bodenbrütende Vögel wie die Feldlerche würden den Solarpark als Brutstätte künftig eher meiden. Daher wurde im direkten Umfeld des geplanten Solarparks bereits eine Ausgleichsfläche in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde angelegt. Über ein naturschutzfachliches Monitoring stellen wir den Erfolg der Maßnahme für die kommende Jahre sicher.

Steffen Gloe
Tel. +49 611 267 65-470
Fax +49 611 267 65-599
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